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Nach zweijähriger Bauzeit sind die Arbeiten an der Kirche St. Cäcilia in Pesch abgeschlossen

Zwei Jahre lang war die Kirche eine Baustelle.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 05/2016

Abenteuer Kirchensanierung

Die Helfer in Pesch wurden immer wieder von unvorhergesehenen neuen Schäden in Atem gehalten

Abgesehen von den Außenmauern und den Möbeln erinnert in der Pfarrkirche in Pesch kaum noch etwas an den Zustand vor der Renovierung. Nach zwei Jahren Bauzeit müssen die Gläubigen für die Feier der Messe nicht mehr ins Pfarrheim ausweichen.

Fußboden, Altarraum, frisch renovierte Bänke – viele der Umbauten fallen den Kirchgängern direkt ins Auge. Dabei hatte man am Anfang nur bemerkt, dass die gerade fünf Jahre zuvor gestrichenen Wände bereits verrußt waren. Eine Überprüfung der Heizung führte zu der sofortigen Stilllegung der Anlage, da Abgase in den Innenraum gelangten. Die Helfer entschieden sich für eine moderne Heizung mit Wärmetauscher. Dafür mussten die Tür zum Heizungsraum vergrößert und zwei neue Schächte gebaut werden.

 

Original-Fußboden konnte geborgen werden

Bei dieser Gelegenheit sollten die Arbeiter auch in Erfahrung bringen, warum sich die Fliesen im Kirchenschiff hoben. Den Grund entdeckten sie schnell: Wurzeln der Kastanienbäume vom Kirchhof waren in den estrichlosen Untergrund eingewachsen. Bei deren Entfernung wurde auch der Original-Fußboden aus der Bauzeit der Kirche im 19. Jahrhundert aus heimischem Sandstein gefunden und geborgen. Die noch brauchbaren Fliesen reichten, um den Altarraum damit auszulegen. Ergänzt wurde er mit Roderather Marmor. Nach und nach auftretende Schäden hielten die Arbeiter in Atem: Die veraltete Elektroinstallation musste erneuert werden, dann entdeckte man, dass der Dachstuhl vom Holzwurm befallen war. Kurz darauf wurde sichtbar, dass sich die Decke mehrere Zentimeter gesenkt hatte. Grund war laut Gutachten zu trockene Luft, weswegen eine automatische Belüftungsanlage installiert wurde. Bei der Säuberung der Fenster stellte sich heraus, dass der Fensterkitt porös war. Also mussten alle Glasscheiben neu eingekittet werden. Schließlich wurde auch die Sakristei überholt.

 

Pescher halfen bei der Renovierung ihrer Kirche

Als Highlight wurde in das Fenster hinter dem Hochaltar ein Licht eingebaut. Rund 165000 Euro hat laut Joachim Schmitz, der die Arbeiten leitete, die Renovierung gekostet. „Das war nur durch die enorme Eigenleistung der Pescher möglich, die mit viel Engagement die Arbeiten erledigt haben“, sagte der gelernte Elektroanlageninstallateur. Geschätzte 14000 Arbeitsstunden sind durch die Ehrenamtlichen geleistet worden. Dafür verfügt die Pescher Kirche St. Cäcilia nun über modernste Technik. Über Touchscreen können Heizung und Lichtanlage gesteuert werden. Sämtliche Lampen sind auf LED umgestellt worden. Auch die Lautsprecheranlage ist erneuert worden, weil die alte mitunter neben der Predigt auch das Radioprogramm wiedergab. „Wenn wir so etwas nicht machen, verfällt alles, was die Vorfahren aufgebaut haben“, begründete Schmitz das Engagement seiner Familie und der anderen Pescher. Nun seien die Betriebskosten gering, „die Kirche ist in Top-Zustand“.


Von Stephan Everling

Veröffentlicht am 27.01.2016

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