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Vollversammlung zur Gündeung des Eifeler Bündnisses

Auf großes Interesse stieß die Gründungsversammlung des Eifeler Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 50/2011

Aktiv gegen Rechtsradikalismus

Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt aus der Taufe gehoben

Unter großer Beteiligung hat sich am 22. November im Bischöflichen Clara-Fey-Gymnasium das Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt in Schleiden gegründet.

Rund 200 Interessierte und Vertreter unterschiedlichster Organisationen und Einrichtungen waren zur Gründungsversammlung gekommen.

Eingeladen hatten dazu die katholische Kirche in der Region Eifel, der evangelische Kirchenkreis Aachen und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in der Region NRW Süd-West. Deren Vertreter gehören einer Vorbereitungsgruppe an, die auf Initiative des Ökumenischen Netzwerks Kirche im Nationalpark Eifel seit einem halben Jahr mit der Vorbereitung des Gründungstreffens beauftragt war.

Dabei seien die jüngsten Erkenntnisse über die deutsche Rechtsterrorszene nicht ausschlaggebend für die Gründung des Bündnisses gewesen, betonten die Veranstalter übereinstimmend.

 

Rührige rechte Szene in der Eifel

Bereits die Aktion „Zug der Erinnerung“ im Frühjahr habe gerade in der Eifel große Aufmerksamkeit erfahren, sagte Peter Schongen, Referent im Büro der Regionaldekane Düren/Eifel. Schongen hat gemeinsam mit Andrea Kett, der Geschäftsführerin des Ökumenischen Netzwerks Kirche im Nationalpark Eifel, die Gründung des Eifeler Bündnisses in die Wege geleitet. „Dabei haben wir sehr viele Begegnungen und Erfahrungen mit Menschen gemacht, die große Angst vor Rechtsextremismus haben“, sagte Schongen. Dem gegenüber stand, so Schongen, die vielfach geäußerte Frage: „Warum macht ihr das eigentlich, es ist doch ganz ruhig in der Eifel.“ Dass dem keineswegs so ist, dürfte im Anschluss an den Impulsvortrag des Journalisten Michael Klarmann auch den größten Zweiflern klar geworden sein.

Er dokumentierte anhand zahlreicher Beispiele rechten Aktionismus in der Eifel. Dazu zählen unter anderem Aufmärsche in Stolberg, zahlreiche als „Events“ getarnte Aktionen in Euskirchen oder mit Comicfiguren verniedlichte Internetauftritte der Nationalisten.

„Den klassischen Neonazi mit Glatze gibt es zwar noch. Grundsätzlich ist der Rechtsextremismus in den vergangenen Jahren aber viel subtiler und schwieriger erkennbar geworden“, berichtete der Experte, der seit Jahren intensiv die aktive rechte Szene im Raum Aachen, Düren, Heinsberg und Euskirchen beobachtet. „Meiner Beobachtung nach ist ein gewisses rechtes Gedankengut salonfähig geworden“, konstatierte Bernward Micken, stellvertretender Schulleiter des Clara-Fey-Gymnasiums und Moderator an diesem Abend. Das neu gegründete Bündnis, das sich über Spenden finanziert, will auf verschiedene Weise die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren und dabei unter anderem mit Integrationsbeauftragten und Sportvereinen zusammenarbeiten, aber auch den Kontakt zur Politik suchen und soziale Aufgaben wahrnehmen. Die nötigen Versammlungsräume will auch in Zukunft das Clara-Fey-Gymnasium zur Verfügung stellen.

Zum Organisationsteam, das sich im Januar zu einer ersten gemeinsamen Sitzung treffen wird, gehören Peter Schongen, Pfarrer Christoph Ude, Vorsitzender der DGB Region NRW Süd-West Ralf Woelk, der Leiter des Regionalen Caritasverbandes Eifel Rolf Schneider, „Art-Eifel“-Vorsitzender Pierre Mosbeux, Integrationsbeauftragter des Kreises Euskirchen Ata Seker, André Kaudel (SPD Ortsverein Euskirchen) und Valérie Vivienne Nitsche (Bündnis 90/Die Grünen – Kreis Euskirchen).

 


Von Renate Hotse

Veröffentlicht am 12.12.2011

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