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Braunkohleabbau Inden ZUkunft innovativer Hausbau Kathy-Beys-Stiftung

Klaus Dosch von der Kathy-Beys-Stiftung ist federführend im Projekt „Faktor X“.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 11/2016

Das Haus im Lebenszyklus sehen

Energie ist das Thema im Indeland: Bald entstehen nachhaltige Faktor-X-Häuser im Indener Seeviertel

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier… Immer mehr Heizkosten und Energie müssen Häuslebauer einsparen. Im Herbst wird im Neubaugebiet Seenviertel in Inden das erste Faktor-4-Haus gebaut.

„Wer, wenn nicht wir Christen?“, stellt Reiner Lövenich als kirchlicher Umweltberater mit Wohnsitz in Inden-Lamersdorf die Frage in den Raum. Gerade Christen müssten der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen, der die Regenerierung der Natur und die Lebensgrundlagen der Zukunft beachtet, wichtig sein, beschreibt er die Haltung der kirchlichen Umweltberater im „Verein zur Förderung kirchlicher Umweltberatung“ (FKU).


Nächste Generation im Blick haben

„Ein verantwortlicher Lebensstil im Sinne der Mitgeschöpflichkeit ist notwendig; dieser schaut über den Tag hinaus und hat auch die nächsten Generationen im Blick.“ Das fängt beim Einzelnen an. Also bauten Reiner Lövenich und seine Familie vor 16 Jahren ein umweltfreundliches und energiesparendes Passivhaus und haben viele Kriterien der Faktor-X-Siedlung einem Praxistest unterzogen: Vorher Stallungen und Scheune eines landwirtschaftlichen Anwesens, nun ein Holzhaus mit drei Wohnungen und weniger versiegelter Fläche. Geachtet wurde selbstverständlich auf die Verwendung heimischer Hölzer, die Nutzung der alten Ziegelsteine etwa für Masse in der Zwischendecke. Die Energieersparnis wird begünstigt durch die Südausrichtung des Gebäudes. Solaranlage, kontrollierte Belüftung und die Erzeugung der Restenergie durch Holzpellets aus der Eifel sind ebenfalls nachhaltig gedacht. Im Garten sind naturnahe heimische Pflanzen angepflanzt. 

Viele dieser Voraussetzungen entsprechen den Anforderungen, die Projektgeber Klaus Dosch von der Aachener Stiftung Kathy Beys an Menschen stellt, die ihr neues Eigenheim im Indener Seeviertel errichten wollen. 40 Grundstücke stehen hier zur Verfügung. Gekauft werden können sie vom Eigner, dem Energiekonzern RWE, nur, wenn der Interessent sich vorher einer Beratung über die Philosophie durch Klaus Dosch oder Regina Dechering vom Indener Bauamt unterzogen hat.


Der ganzheitliche Ansatz ist entscheidend

„Was wir machen, ist absolut innovativ und dem Mainstream fünf Jahre voraus“, sagt der diplomierte Geologe und Wirtschaftsingenieur Dosch und erklärt auch gleich warum: Es ist der ganzheitliche Ansatz, der weit über die gesetzliche Verpflichtung von Bauherren zu einer Senkung der Heizkosten hinausgeht. Der Grundgedanke ist, Bauen und Wohnen als einen Prozess zu betrachten. „Wenn ich will, dass weniger Ressourcen verbraucht werden, ich weniger CO2-Ausstoß will und weniger Energie verbraucht werden soll, dann muss ich das gesamte System ansehen.“

Ein Haus im Lebenszyklus zu sehen heißt, dass vom Nachdenken über einen Eigenheim-Bau, die Bauphase und die erste Nutzungsphase mit der Familie auch schon die Veränderung mit „eingebaut“ wird. Nämlich dann, wenn die Kinder aus dem Haus gehen und die zweite Nutzungsphase beginnt bis zum Alterswohnsitz, der barrierefrei vorbereitet wird. Durch dieses Planen könne „dreimal so viel erreicht werden, als wenn man nur ans Heizen denkt“.

Die Baustraßen in Inden werden jetzt angelegt und damit der Anfang der Faktor-2-Siedlung gemacht. Als Prototyp wird auch ein Faktor-4-Haus entstehen. Ein Holzbau, der mit einem Fertighaus-Anbieter entwickelt wird, und in dem die gesamte „Idee“ verbaut wird bis hin zur langlebigen und preiswerten Haustechnik. Da bekommt Klaus Dosch glänzende Augen. Er wird mit seinem Beratungsbüro vorerst dort einziehen. Mehr Informationen dazu unter www.inden-seeviertel.de.


Von Dorothée Schenk

Veröffentlicht am 10.03.2016

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