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Wunder waren das Thema der Offenen Kirche in der GdG Monschau

Schülerinnen der Bischöflichen Mädchenrealschule sorgten in der Aukirche für stimmungsvolle Lichteffekte.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 02/2016

Mehr als Glück und Zufall

Bei der Aktion „Offene Kirche“ in der GdG Monschau ging es um Wunder

„Dass mein Vater zum Zeitpunkt des Bombenangriffs nicht im Lazarett an der Front in Russland war, das war für mich ein Wunder!“ Rita Stockschlaeder aus Imgenbroich ist sich sicher: Ihr Vater, als Arzt im Lazarett eingesetzt, habe wie durch ein Wunder einen Bombenangriff überlebt.

 „Wenige Minuten zuvor hatte er das Lazarett verlassen“, erinnert sich die 85-Jährige an die Tage später übermittelte Botschaft von der Front im Zweiten Weltkrieg. Was anderes als ein Wunder sollte es gewesen sein, das ihrem Vater das Leben rettete? Aus dieser Erfahrung hält auch sie „Wunder für möglich“. Andere würden die Situation vielleicht, in der Bedeutung ähnlich, als Glück, Zufall oder Fügung bezeichnen.

„Welches Erlebnis hat Sie so beeindruckt, dass Sie gesagt haben: Das war ein Wunder?“, lautete die Frage, die das Team um den langjährigen Pfarreiratsvorsitzenden Josef Schreier in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) an der St.-Josef-Pfarrkirche in Monschau-Imgenbroich gestellt hatte. Anlass war der Aktionstag „Offene Kirche“. 19 Antworten bekam Schreier auf den gelben Antwortzetteln mit der Frage zugeschickt, die auf Packpapier aufgeklebt wurden und seitdem in der Kirche zu sehen und zu lesen sind.

 

Ganz persönliche Wunder-Geschichten

Die Geburt der Kinder, die Genesung nach schwerer Krankheit, auch ein bei einem Kind diagnostizierter Tumor, der nach vielen Gebeten am Tag der Operation verschwunden war – solche und ähnliche ganz persönliche Erlebnisse haben die Absender notiert. Der Junge, der einen schweren Verkehrsunfall bis auf kleine Blessuren unverletzt überlebt, aber auch das große Engagement der Bevölkerung angesichts Tausender von Kriegsflüchtlingen, die Hilfe und Unterstützung suchen. Es sind lauter ganz individuelle Wunder, über die berichtet wurde.

 

Gesprächsrunde mit vielen Teilnehmern

Dazu können Naturerlebnisse, Begebenheiten bei einer Wallfahrt, das Wunder des Weltalls wie des Mikrokosmos oder auch der friedliche Fall der Mauer 1989 gehören. Ein Wunder ist eben das, was der Einzelne für sich als solches erklärt. Das war ein Ergebnis der Gesprächsrunde in der Imgenbroicher Pfarrkirche, zu der mehr als 40 Teilnehmer gekommen waren. Eine so große Resonanz habe er nicht erwartet, erklärte Josef Schreier. Die Wunder Jesu wurden dabei von den Teilnehmern als Glaubenssache eingeordnet. „Sie sind vor 2000 Jahren geschehen und für uns nicht nachprüfbar“, führt Schreier aus. Was die Einzelnen für sich als Wunder bewerten, lässt aber naturgemäß die Frage nach einer möglichen Ursache für den rätselhaften Moment offen. Wer mag, wird eine göttliche Kraft dahinter vermuten.

Mit „Wundergläubigkeit“ hat das, was auch Rita Stockschlaeder mit der Rettung ihres Vaters erlebt hat, nichts zu tun. Diese Form der Gläubigkeit, da waren sich viele der Teilnehmer am Tag der „Offenen Kirche“ in Imgenbroich einig, ist ein Phänomen vergangener Zeiten, das heute eher selten anzutreffen ist. Häufig ist allerdings das Stichwort schon immer in der Musik verwendet worden. In der Pfarrkirche erklangen zum „Wunder“-Treffen Beispiele aus mehreren Jahrhunderten. Bach komponierte zu den Wundern Jesu, Mozart schrieb für viele einfach „wunderbare“ Musik, Katja Epstein, Nena, Louis Armstrong übernahmen das Stichwort in Hits und Liedern. „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh‘n“, war sich Zarah Leander sicher. Die Möglichkeit schlossen die Teilnehmer beim Tag der „Offenen Kirche“ nicht aus. Wann es so weit ist – das liegt ganz im Empfinden jedes Einzelnen.


Von Stefan Lieser

Veröffentlicht am 07.01.2016

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