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Motiv St. Martin Nettersheim aus der Weihnachts-Wohlfahrtsserie der Deutschen Bundespost

Das Motiv aus Nettersheim auf der Weihnachtsmarke 2011.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 48/2011

St. Martin kommt in alle Welt

Ein Motiv der Wohlfahrts-Weihnachtsmarken 2011 stammt aus der Eifelgemeinde Nettersheim

Hohe Ehre für die Eifelgemeinde Nettersheim: Das Motiv der neuen Wohlfahrtsmarke – Sankt Martin, der für einen frierenden Bettler seinen Mantel mit dem Schwert teilt – stammt von einem Fenster der Nettersheimer Pfarrkirche St. Martin.

Der Entwurf zu der Briefmarke kommt von der in Bad Essen (Landkreis Osnabrück) lebenden Designerin Karen Scholz. Bereits seit 15 Jahren entwirft die freiberuflich arbeitende Künstlerin Postwertzeichen. Im Sommer 2010 bekam Karen Scholz vom Bundesfinanzministerium die Mitteilung, dass sie die Ausschreibung für die beiden Sonderpostwertzeichen – die Marken zeigen

St. Nikolaus und St. Martin – für Weihnachten 2011 gewonnen hatte. Bei den Recherchen für ein passendes Motiv stieß Scholz dann auf Nettersheim. „Sankt Martin ist in christlichen Darstellungen das klassische Motiv für Mildtätigkeit“, sagt Dr. Imke Ristow, die als Kunsthistorikerin bei der Gemeinde arbeitet.

Im Sommer 2010 kam die Grafikerin extra nach Nettersheim, um Fotos von dem Fenster, das im Nordwestteil der Kirche liegt, zu machen. Den Termin hatten die Nettersheimer akribisch vorbereitet. „Ich habe genau den Zeitpunkt abgewartet, als das Licht gut stand“, sagt Küster Günther Koll über die dreistündige Fotosession. „Die Gebete unseres Pfarrers Gerd Heinrich Mitzscherling wurden erhört. Der liebe Gott hat uns die Sonne genau dorthin geschickt, wo wir sie haben wollten“, schmunzelt Rainer Breinig vom Kirchenvorstand. Pfarrer Mitzscherling wiederum über das Fenster seiner Kirche: „Als Datum ist auf dem Fenster der 6. Mai 1921 vermerkt. Gefertigt wurde das Motiv von Dr. Heinrich Oidtmann aus Linnich (Kreis Düren), der damals den Titel ‚Päpstlicher Hofmaler‘ trug.“ Stattliche 8000 Reichsmark kostete das Fenster zur damaligen Zeit.

Mitte November 2010 erhielt Pfarrer Mitzscherling dann einen Brief vom Bundesfinanzministerium, in dem mitgeteilt wurde, dass der Nettersheimer St. Martin die 45 plus 20 Cent-Wohlfahrtsmarke schmücken sollte. Doch damit ging es erst richtig los: Im Zuge der weiteren Recherchen begann für den Pfarrgemeinderat eine hektische Zeit. Mögliche Urheberrechte mussten geklärt, historische Daten abgeglichen und diverse Textentwürfe bearbeitet werden. „Das war stressig“, stellt Rainer Breinig fest.

 

Die Erlöse gehen an die Freie Wohlfahrtspflege

Das Schlimmste war dabei, dass die kompletten Vorbereitungen unter dem Siegel der strengsten Vertraulichkeit ablaufen mussten. Schließlich werden die Motive der weihnachtlichen Wohlfahrtsmarken traditionell bis zur offiziellen Bekanntgabe hinter verschlossenen Türen gehandelt. Am 20. Oktober 2011 dann die erlösende Nachricht aus Berlin, mit der das Geheimnis gelüftet wurde: Der Nettersheimer Sankt Martin ziert die Wohlfahrtsmarke zu Weihnachten 2011. Am 6. Dezember, an Sankt Nikolaus, wird die Briefmarke in einem ökumenischen Gottesdienst in Berlin vorgestellt.

Mit dem Kauf einer Wohlfahrtsmarke tut man Gutes, wie Norbert Stoffers aus Gemünd erläutert. „Die Erlöse fließen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. zu und werden für rasche, unbürokratische Hilfen genutzt“, so der langjährige Experte für Wohlfahrtsmarken. Stoffers empfiehlt, „Briefe und Postkarten statt E-Mails“ zu schicken, denn: „Dann gehen die Briefmarken mit dem Nettersheimer Motiv in die ganze Welt.“

 


Von Edgar Schnicke

Veröffentlicht am 28.11.2011

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