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Verein

Erinnerung an gemeinsam Erlebtes: Caritasdirektor Solomon Phiri und ehemalige Freiwillige.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 43/2015

Wertvolle Erfahrungen weitergeben

Verein „Ewe“ feierte sich und seine Freiwilligen mit Workshops und Gottesdienst in Düren

Bestenfalls im Babyalter waren die heutigen Freiwilligen des Vereins „Eine-Welt-Engagement“ (Ewe), als die erste Riege 1997 ins afrikanische Sambia entsandt wurde. Beim 20-jährigen Jubiläum trafen die unterschiedlichen Jahrgänge in der Dürener Marienkirche aufeinander.

Zum Workshop am Nachmittag waren mehr als die Hälfte aller ehemaligen Freiwilligen des Ewe aus Bremen, Berlin, Rostock, München, Utrecht und sogar Lusaka (Sambia) angereist. Die meisten kannten sich überhaupt nicht, dennoch entstand bereits bei der Vorstellrunde ein Gefühl von Vertrautheit: „Die anderen wussten, obwohl sie mich überhaupt nicht kannten, wovon ich sprach, hatten ähnliches erlebt.“

 

Wichtige Erfahrungen für weiteren Lebensweg

Unter der Frage „Wie haben meine Erfahrungen im Freiwilligenjahr das, was ich heute bin und tue, beeinflusst?“, die Solomon Phiri, Caritasdirektor der Diözese Monze, stellte, konnten viele der Anwesenden von Werten berichten, die ihre Studien- und Berufswahl, aber auch ihre Lebensführung nachhaltig beeinflusst haben. Während Roana (Rainer), Familienvater und Arzt mit eigener Praxis bei München, in Sambia die nötige Geduld lernte, um seinen eigenen Weg zu gehen, gewann Nicole, Studentin der Ernährungswissenschaften in Utrecht, dadurch den Mut, sich auf die Welt und die Menschen einzulassen.

„Meine Arbeit mit Hörgeschädigten im Behindertenzentrum in Choma hat mich bestärkt, dieses Studium zu ergreifen“, unterstreicht Nele, die Sonder-Pädagogik in Rostock studiert. Yvonne, Historikerin an der Universität Lusaka, erklärt: „Ohne mein Freiwilligenjahr in Deutschland hätte ich mich nie getraut, mich auf ein Universitätsstudium zu bewerben.“ Diese Erfahrungen und Werte, die von den Freiwilligen eingebracht wurden, sind für die Auswahl, Vorbereitung und Begleitung der „Neuen“ wichtig zu wissen und zu berücksichtigen. Die Verantwortlichen für die Freiwilligenarbeit diskutierten intensiv mit, sind sie doch alle „ehemalige Freiwillige“ mit Landeserfahrung in Sambia.

 

Entstanden aus einer Schulinitiative

Mittlerweile liegt die Vorbereitung und Begleitung der deutschen Freiwilligen bei Natalie Regniet und Gesine Linden; die Begleitung der sambischen Freiwilligen haben Nina Braun übernommen und Irmela Kuhlen, die stellvertretende Ewe-Vorsitzende ist. Als ehemalige Lehrerin ist sie eine wichtige Ansprechpartnerin für die Gastfamilien der sambischen Freiwilligen. Leben in Familien der jeweils anderen Kultur ist das Besondere des Ewe-Freiwilligendienstes. 1995 wurde Ewe an der Anne-Frank-Schule in Düren auf Initiative von Lehrern, Schülern und Eltern gegründet, um einen Laden mit fair gehandelten Produkten zu betreiben. Mit dem Erlös werden Schul- und Ausbildungsprojekte der Caritas der Diözese Monze in Sambia unterstützt.

1997 legte der Verein vier Aufgabenbereiche für seine Arbeit fest: Austausch mit Sambia im Rahmen des Sozialen Dienstes für Frieden und Versöhnung (SDFV), Unterstützung von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit, Förderung des fairen Handels und entwicklungspolitische Bildungsarbeit. Im gleichen Jahr gingen die ersten jugendlichen Freiwilligen nach Sambia. 2000 kamen erstmals auch sambische Jugendliche für ein freiwilliges soziales Jahr. 55 deutsche Freiwillige haben bislang einen einjährigen Freiwilligendienst in Sambia geleistet, 18 sambische Jugendliche kamen als Freiwillige nach Deutschland. Zurzeit hat Ewe 144 Fördermitglieder.


Von Guido Schürenberg

Veröffentlicht am 21.10.2015

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