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In der Eifel bietet die Caritas einen Fahrdienst für Senioren an

Zwei, die sich verstehen: Michael Friedrichs, ehrenamtlicher Fahrer der Caritas in Schleiden, und Hedwig Pohlmann.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 16/2015

Einmal shoppen und zurück bitte!

Antwort auf demografischen Wandel: Eifeler Caritas bietet einen Einkaufsfahrdienst für Senioren an

Die Region Nordeifel ist in besonderem Maße vom demografischen Wandel betroffen. Einig sind sich alle Verantwortlichen darin, den Alterungsprozess der Gesellschaft nicht als bedrohliches Zukunftsszenario zu betrachten, sondern den Wandel aktiv zu gestalten.

Ein positives Beispiel ist der Fahrdienst, den der Caritasverband für die Region Eifel in Schleiden und Blankenheim anbietet. Wer in den kleinen, abgelegenen Dörfern der Eifel ohne Auto ist, hat es schwer, zu Geschäften, Banken oder Supermärkten zu kommen. „Gerade ältere Menschen sind davon betroffen“, sagt Caritas-Mitarbeiter Arndt Krömer.
Ehrenamtliche Fahrer holen die Senioren montags- und donnerstagsvormittags an der Haustür ab und fahren sie zum Geschäft ihrer Wahl, wo sie in Ruhe ihre Einkäufe erledigen können. Anschließend werden die Fahrgäste wieder nach Hause gebracht – für zwei Euro pro Strecke. Gehhilfen und Rollatoren können mitgenommen werden. Elisabeth Nosbers, Fachbereichsleiterin Gesundheit und Pflege, und Thomas Zumstrull, seinerzeit zuständig für Gemeindecaritas und Ehrenamt, hoben das Projekt gemeinsam vor zwei Jahren aus der Taufe.

Ein typisches Beispiel ist das Ehepaar Hedwig und Frank Pohlmann aus Oberhausen. Vor einiger Zeit gab Frank Pohlmann aus gesundheitlichen Gründen seinen Führerschein ab, die Tochter lebt in Bedburg, der Sohn in Köln, die Enkelin, die gerade ihr erstes Kind erwartet, in Nettersheim. „Die kann ich doch nicht fragen, ob sie von Nettersheim nach Oberhausen kommt, um mit uns in Schleiden einkaufen zu gehen“, sagt Hedwig Pohlmann.Daher ist sie froh, wenn Michael Friedrichs einmal die Woche bei ihr an der Haustür klingelt. Der 51-jährige Schleidener, der bis 2007 als selbstständiger Bäckermeister arbeitete und aus gesundheitlichen Gründen zum Speditionskaufmann umgeschult hat, findet zu seiner großen Enttäuschung mangels Berufserfahrung keine Stelle.


Begegnungen sind eine Bereicherung für alle

Stattdessen trägt er nachts Zeitungen aus und ist seit zwei Jahren ehrenamtlicher Fahrer bei der Caritas. „Sonst fällt mir zu Hause die Decke auf den Kopf“, sagt er. „Die meisten freuen sich einfach und sind unheimlich dankbar“, erzählt er von seinen „Klienten“. Auch der zwischenmenschliche Kontakt mit den alten Leuten gibt ihm viel. Schmunzelnd erzählt Friedrichs von einer 90-jährigen Dame, die er regelmäßig zum Friseur bringt. „Als es einmal länger dauerte, stand schon ihr 100-jähriger Ehemann in der Tür und sagte: ,Ich dachte schon, Sie wären mit meiner Frau durchgebrannt.‘“

Nach der Prognose von 2011 des Statistischen Landesamtes NRW wird die Bevölkerung nicht nur deutlich schrumpfen, sondern auch altern. In einigen Gemeinden wird sich die Anzahl der über 80-Jährigen mehr als verdoppeln. „Da kommt noch etwas auf uns zu“, sagt Arndt Krömer.


Von Renate Hotse

Veröffentlicht am 15.04.2015

 
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