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Schüler des Franziskus-Gymnasiums Hürtgenwald-Vossenack starteten Filmprojekte zum Thema Frieden

Mehr als nur Geschichtsunterricht: Lehrer Clemens Amendt (3. v. r. hintere Reihe) ist mit seinem Kurs auf Friedensmission.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 38/2014

Friedenstaube über Kriegsgräbern

Filmprojekte des Franziskus-Gymnasiums Vossenack erregen Aufmerksamkeit über die Grenzen hinaus

„Leben braucht Frieden, und Frieden braucht jeden Menschen, damit wir alle in Freiheit leben können.“ Mit diesen Worten beginnt ein Film von 13 Schülern des aktuellen Abitur-Jahrgangs des Franziskus-Gymnasiums Vossenack.

Eigentlich war der Auftrag vom Kreis Düren an den Projektkurs im Fach Geschichte, Dokumentationstafeln auf dem Mahnmal der Windhund-Division auf der zur Schule angrenzenden Kriegsgräberstätte neu zu gestalten. Sechs Tafeln entstanden. „Wir haben mit Zeitzeugen geredet und Orte wie Vogelsang besucht, damit wir ein Bild von dem Ganzen bekommen“, erzählen die Schüler. „Erinnern, gedenken, verantworten. Das war unser Leitmotto das ganze Thema über.“ In der Auseinandersetzung wuchs der Konflikt: „Wir wollten sagen, dass nicht nur die Soldaten gelitten haben, sondern die komplette Bevölkerung und logischerweise der Wald, also einen gesamten Überblick über den Krieg schaffen.“

Und plötzlich entstand im Kurs eine Idee, die Form annahm: die Begegnung der Lebenden mit den Toten, der Gegenwart mit der Vergangenheit, einer Friedenstaube mit den Kriegsgräbern. Am letzten Schultag vor den Sommerferien pilgerten 550 Schüler mit ihren 40 Lehrern nach einem gemeinsamen Gottesdienst zur Gedenkstätte, wo sie sich zu einer 50 Meter großen Friedenstaube versammelten. „Vor 70 Jahren versank Hürtgenwald in Elend, Trauer, in Tränen. Heute stehen wir, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer des Franziskus-Gymnasiums an dieser Stelle, an dieser Kriegsgräberstätte mit unseren Träumen, mit unseren Wünschen, mit unseren Sehnsüchten“, heißt es in der Rede von Kursleiter Clemens Amendt.

 

Wollseifen-Film wird als Youcee-Beitrag gezeigt

Dann steigen lebendige weiße Tauben mit dem Segenswunsch des heiligen Franziskus „Pax et bonum“ (Friede und alles Gute) in den Himmel auf. Gefilmt wurde das Geschehen von vier Kameras am Boden und in der Luft. Wie der Film – „Leben braucht Frieden“ – heißt auch das Motto des 35. Franziskusfestes, das am Sonntag, 28. September, ab 10 Uhr im Gymnasium Vossenack gefeiert wird. Film wie Dokumentationstafeln sind in einer Ausstellung zu sehen. Hochaktuell ist auch das Vorjahresfilmprojekt „Die Auswirkungen des II. Weltkriegs auf die zivile Bevölkerung von Wollseifen“. Zeitzeugen kommen hierin zu Wort, die von ihrer Kindheit im kriegsgeschüttelten Heimatort Wollseifen berichten: Bombenangriffe, Evakuierung und Rückkehr in den vollständig zerstörten Ort, vom Tod von Spielkameraden, die von einer Granate zerrissen wurden, bis zum Räumungsbefehl Wollseifens durch die Briten und der neuen Ansiedlung in Raffelsbrand, etwa drei Kilometer vom Franziskus-Gymnasium entfernt.

In dieser Woche ist Clemens Amendt mit zwei Schülern seines Geschichtskurses und drei Abiturienten des vergangenen Schuljahres mit dem „Wollseifen-Film“ im Gepäck zur Internationalen Jugend-Konferenz Youcee ins niederländische Arnheim gereist. Dort befassen sich Diskussionsrunden mit Fragen, wie das Gedenken an den Zweiten Weltkrieg aussehen und welchen Beitrag Jugendliche selbst für Frieden und Freiheit leisten könnten. Als „deutsche Premiere“ ist der Film am Sonntag, 9. November, beim Themenabend „Frieden aus nächster Nähe“ des Projektkurses zu sehen, bei dem Zeitzeugen zu hören, Lieder über Frieden und Leben zu hören und ein Theaterstück zu erleben sind. Das Motto: „Frieden kann es letztlich nur aus nächster Nähe geben.“


Von Arne Schenk

Veröffentlicht am 19.09.2014

 
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