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Marlene Büchel hat ein Haus für Frauen in Not eingerichtet

Christoph Konopka ist überzeugt von Marlene Büchels Wirken.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 16/2015

Ein Zuhause für Frauen in Not

Marlene Büchel betreibt in Schönau die „Casa Angela“ nach dem Vorbild der heiligen Angela Merici

In der „Casa Angela“ bekommen Frauen in Konfliktsituationen ein Zuhause. Das Frauenhaus, das Marlene Büchel in ihrem Privathaus in Schönau eingerichtet hat, ist vielen jungen Frauen aus der Eifel bis nach Mechernich und Düren eine Anlaufstelle in ihrer Not.

Während Marlene Büchel ihre Tür für Mädchen und Frauen aller Konfessionen öffnet, ist der katholische Glaube für die 74-Jährige eine Quelle der Kraft und verbindendes Element ihrer ehrenamtlichen Helfer.


Notfallhilfe und Präventionsangebote

Sowohl Notfallhilfe als auch Präventionsarbeit werden in der „Casa Angela“ geleistet. Sieben Schlafplätze stehen in dem Haus bereit, das Marlene Büchel eigens zu diesem Zweck um ein Stockwerk aufbauen ließ. „Die jungen Frauen bleiben je nach Situation ganz unterschiedlich lang. Manche müssen nur ein paar Tage aus dem Verkehr gezogen werden, bis sich der Konflikt etwas abgekühlt hat. Andere bleiben über längere Zeiträume und wohnen bis zu eineinhalb Jahre hier“, erzählt die Schönauerin. Mit dem „Angela-Forum“ jeden Freitag schafft sie Präventionsangebote zu Themen wie Kommunikation in der Familie, Sexualerziehung oder Hilfe zum Berufseinstieg. Es sollen Veranstaltungen ohne Hemmschwelle sein, an denen alle jungen Frauen ab 14 Jahren teilnehmen können. Vorbild des gesamten Projektes ist die heilige Angela Merici, die Ende des 15. Jahrhunderts damit begann, sich für die Mädchenbildung einzusetzen. „Sie hat den Blick auf Wert und Würde der jungen Frauen gerichtet“, sagt Marlene Büchel.

Sie selbst hat inzwischen ein Netzwerk aufgebaut, das sie bei der Betreuung der jungen Frauen unterstützt. Wer an der Tür der „Casa Angela“ klingelt, ist häufig auf der Flucht vor Gewalt oder Missbrauch oder steht vor einer entscheidenden Lebenssituation. Die Mädchen und Frauen möchten sich zum Beispiel aus einer Abhängigkeit befreien, sich mit ihrer Familie versöhnen, die Schule oder eine Ausbildung fortsetzen oder ihre Entscheidung in einer ungeplanten Schwangerschaft treffen.


Mädchen und Frauen einen Ort geben

„Es ist wichtig, die Mädchen und Frauen aus ihrem Konflikt in ein neues Umfeld zu holen“, erklärt Marlene Büchel. Früher sei es viel einfacher gewesen, ihnen einen Ort zu geben. Heute ließen sich die Frauen so sehr von den modernen Medien beeinflussen und seien deshalb kaum noch von ihren Peinigern zu trennen. „Da zerbreche ich mir den Kopf drüber“, erzählt die 74-Jährige. Frühzeitige Prävention sei hier besonders wichtig.

Unterstützt wird die Jugendarbeit in der „Casa Angela“ durch den Förderverein „Freizeit Leben“. Der Vorsitzende Christoph Konopka ist überzeugt von Marlene Büchels Wirken, für das die Schönauerin bereits mit dem Margaretha-Linnery-Preis, der Kardinal-Frings-Medaille und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. „Ihre Stärke ist die Mütterlichkeit, mit der sie die jungen Frauen in ihr Zuhause aufnimmt, wo sie einfach so sein können, wie sie sind“, beschreibt er. Seit fast 25 Jahren verfolgt Marlene Büchel damit nur ein Ziel: „Es geht darum, dass die Mädchen innerlich wirklich heil werden.“


Von Steffi Tucholke

Veröffentlicht am 15.04.2015

 
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