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Illustrierendes Foto für die KV-Wahlen am 17./18. November im Bistum Aachen

Vier Kandidaten stellt die Propsteigemeinde ihren Gläubigen für den Pfarrgemeinderat zur Wahl. Auf einem separaten Stimmzettel sind die Mitglieder der Gemeinderäte zu wählen.

Vollbild

 
 

 

Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 46/2012

Gemischte Gefühle an Wahlurnen

Wahl zum ersten „fusionierten“ Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand der GdG Heilig Geist Jülich

In Jülich werden ab Sonntag Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände aus 16 Gemeinden „fusionieren“. Mit dem Gang zur Wahlurne wird der erste Schritt zur Pfarrei Heilig Geist Jülich getan, die am 1. Januar 2013 in Kraft tritt.

Gefühle und Erwartungen für die Zukunft beschreiben drei noch amtierende Pfarrgemeinderatsmitglieder aus Barmen, Dr. Peter Hill, Alfons Müller und Marliese Lengersdorf im Gespräch mit Kiz-Mitarbeiterin Dorothée Schenk.

 

Fusionen sind bei Gemeinden immer mit Sorgen behaftet. Wie geht St. Martinus Barmen-Merzenhausen damit um?

 

Dr. Peter Hill: Im Grundsätzlichen waren alle in der Gemeinde einmütig gegen die Fusion. Wir haben die Entscheidung des Bischofs mit einer gewissen Trauer aufgenommen, dann aber gesagt: Wenn es so ist, dann wollen wir überlegen, was uns wichtig ist, was aus unserer Sicht dabei berücksichtigt werden sollte. Wir haben uns in der Vorbereitung dieser Entscheidung bereits im Vorfeld mit dem Thema beschäftigt und dann als einziger Pfarrgemeinderat auch in dem Steuerkreis mitgearbeitet.

 

Was ist für Sie das Besondere an der Fusion Heilig Geist Jülich?

 

Alfons Müller: Die Mischung von Stadt- und Dorfgemeinden machen das Besondere dieser Entscheidung des Bischofs aus – vielleicht auch das Experimentelle? Es ist auf jeden Fall ein anspruchsvolles Projekt, 16 Gemeinden, die teilweise schon über Jahrhunderte eigenständig waren, zusammenzufassen.

 

Womit können Dorfgemeinden wie Barmen wuchern?

 

Alfons Müller: Der Reiz und die Chance, die wir durch die Fusion haben, ist, dass wir vor Ort als Gemeinde in der neuen Pfarrei erhalten bleiben. Wir kennen unsere Leute und deren Talente. Ein Bespiel: Wir haben beim letzten Mal eine kleine Gruppe von Firmlingen gehabt und entsprechend nur zwei Katecheten gebraucht. Wenn 40 da gewesen wären, hätte ich trotzdem bis zu acht qualifizierte Firmkatecheten zur Auswahl, die sich der Aufgabe auch nicht verweigert hätten.

Marliese Lengersdorf: Man muss die Menschen persönlich ansprechen. Sicher gibt es auch in der Stadt genügend qualifizierte Katecheten, aber man kennt sie nicht. Und von alleine – das wissen wir aus unserer Erfahrung durch Aushänge an der Kirche – kommen sie nicht.

Alfons Müller: Wenn man es aus der Sicht des Priesters betrachtet, der eine Gemeinde mit 20000 Gläubigen führen soll, woher soll er die Talente und Fähigkeiten kennen? Ich wünsche mir, dass der Pfarrer den Kontakt vor Ort sucht und die Menschen kennenlernt. Mit der Zeit kann er dann Menschen vernetzen und auf viele Talente zurückgreifen. Die Aufgabe ist sehr anspruchsvoll.

 

Mit Bick auf die Zukunft der Kirche, was sind für Sie als aktive Gläubige die wichtigsten Stichworte?

 

Dr. Peter Hill: Wir können nicht mehr alle traditionellen Angebote machen wie jährlich ein riesiges Pfarrfest. In der letzten Wahlperiode hat sich der PGR davon leiten lassen, keinen falschen Aktivismus zu entfalten, das heißt, keine Aktivitäten, nur um zu zeigen, dass wir aktiv sind, sondern Kräfte sinnvoll einsetzen, Prioritäten setzen.

 

Wie aber kann eine Beschränkung ein Gewinn sein?

 

Dr. Peter Hill: Insofern, als wir, wenn wir Angebote nicht alleine leisten können, uns Partner suchen können aus benachbarten Gemeinden oder der Innenstadt. Und umgekehrt, wo wir etwas zu bieten haben, sind wir bereit, uns für andere zu öffnen. So dass wir uns nicht voneinander abkapseln. Bei der Darstellung unserer Pfarrei haben wir geschrieben, dass wir uns unsere Kirche als Segnungs- kirche vorstellen können. Das bedeutet, eine neue Art von Gottesdiensten einzuführen. Das ist ein Angebot, das nicht nur für unsere Gemeinde gilt, sondern für ganz Heilig Geist.

Alfons Müller: Eine weiteres ist zum Beispiel die Katholische öffentliche Bücherei, die schon jetzt auch Menschen aus anderen Gemeinden nutzen. Das könnte noch verstärkt werden. Wir arbeiten an einem Konzept, bei dem die Bücherei mehr Ort der Begegnung werden soll.

Marliese Lengersdorf: Der Besuch der Gemeindeversammlung hat gezeigt, dass die Menschen von uns noch was erwarten. Wir müssen das Glaubensleben auch vor Ort erhalten.


Veröffentlicht am 16.11.2012

 
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