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KirchenZeitung, Ausgabe 45/2015

Man kann nicht am Rand stehen

Demonstration von Linnicher Kirche mit Bündnis gegen rechts, Initiativkreis Asyl und Parteien

Die Drähte laufen heiß in Linnich, seit vergangene Woche via Facebook eine Demonstration gegen „Asyl-Invasion“ am 8. November angekündigt wurde. Im Schulterschluss organisieren nun Kirchen, politische Parteien und Vereine eine Gegenkundgebung.

Hintergrund ist, dass über 500 Menschen seit Juli in einer Erstaufnahme-Einrichtung in der alten Linnicher Polizeischule untergebracht sind. Schlecht kommuniziert wurde diese Unterbringung durch das Land, bestätigt der Linnicher Pfarrer Stefan Bäuerle, und habe darum für Unruhe in der Bevölkerung gesorgt. Inzwischen habe sich die Situation deutlich entspannt, und viele Menschen in Linnich sammelten nicht nur Spenden, sondern engagierten sich darüber hinaus ehrenamtlich etwa im Initiativkreis Asyl.

Die Meldung der Facebook-Seite „Bürger stehen auf“ war daher schockierend und überraschend. In unverkennbar rechtem Zungenschlag und mit bekanntem Vokabular – Lügenpresse als Beispiel – äußern sich die Mitglieder, während sie für den Aufmarsch und ihre „demokratischen Rechte“ werben. Besonders perfide der Untertitel „Guter Zweck“.

Klar distanziert haben sich Linnicher von dieser Demonstration, wobei der gewählte Termin am Vortag der Reichspogromnacht sicher auch kein Zufall ist.

„Da kann man nicht mehr am Rand stehen, da muss man sich engagieren“, betont Pfarrer Bäuerle, „völlig unabhängig davon, dass die Politik im Großen wie im Kleinen einen Ordnungsrahmen schaffen muss.“ Die Gegendemonstranten werden sich am Sonntag, 8. November, um 13 Uhr am Kirchplatz vor der Martinuskirche treffen. Unter dem Motto „Linnich ist und bleibt bunt“ sind die Menschen eingeladen, mit Besen symbolisch ordentlich durchzukehren. Pfarrer Bäuerle hofft, die Linnicher Bruderschaften unter dem Motto „Schützen schützen“ mit ins Boot zu bekommen.


Von Dorothée Schenk

Veröffentlicht am 05.11.2015

 
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